Von Woronesch nach Wolgograd - Tag 10-12



Dienstag, Tag 10 der Reise: Borissoglebsk


Wir sind nun bereits den zweiten Tag in Folge in einem Hotel. Eine Reparatur am Motorradtank und die Lust sich einen Tag auszuruhen haben uns dazu bewegt diese Pause einzulegen.


Obwohl auch jetzt die Zeitverschiebung bisher nur eine Stunde beträgt, wird es hier ab 20:30 Uhr bereits sehr schnell dunkel. Am Mittwoch wollen wir von hier aus früh aufbrechen, um zeitig in Wolgograd (der aktuelle Name für Stalingrad) anzukommen. Inzwischen kommen wir häufiger mit Einheimischen ins Gespräch. Unsere Motorräder sind dafür ein prima Einstieg. Auch wenn wir häufig zu hören bekommen, dass es ein verrücktes Unterfangen wäre, was wir da in Angriff genommen haben, gibt es viel Zuspruch von allen Seiten. Wir fühlen uns hier sehr wohl.


Mittwoch, Tag 11 der Reise: Wolgograd

Nach einem Ritt über den Asphalt kommen wir in Wolgograd, der "Stadt der Helden", wie sie in Russland auch genannt wird, an. Auf diesem Teilstück der Reise haben wir bisher den intensivsten Straßenverkehr. Man merkt deutlich, dass man sich zwischen zwei bedeutenden Großstädten bewegt. Straßenbaustellen ziehen sich über zig Kilometer hin und anders als auf so mancher deutschen Baustelle sieht man hier tatsächlich auch Unmengen an Arbeitern. Offenbar wird hier ein gewaltiges Infrastruktur-Programm umgesetzt. Die Fahrweise der meisten Verkehrsteilnehmer ist hier recht abenteuerlustig. Es wird munter links und rechts überholt und Verkehrsregeln kreativ ausgelegt. Die Temperatur während der Fahrt liegt bei sehr angenehmen 25°C, aber wir haben etwas mit starkem Seitenwind zu kämpfen, der über die links und rechts der Straße endlos erscheinende Ebene weht.



Früher als Kornkammer Europas bekannt, ist diese Gegend heute eher ihr Gemüsegarten. Künstlich bewässert wachsen die Früchte zu beiden Seiten der Straße. Ein Highlight des Tages ist die Mittagspause auf einem bereits orientalisch wirkenden Rastplatz. Dieser ist bevölkert von sowohl modernen als auch schrottreifen, verunfallten oder schlicht defekten Trucks. Wir essen in einer Art Kantine mit Wartemarke, aber durchaus gutem Essen. Im Gespräch erfahren wir, dass die Trucker und sonstigen Fahrer der teils sehr abenteuerlichen Transporter aus allen möglichen ehemaligen Teilrepubliken der Sowjetunion stammen und ihr Ziel zu großen Teilen die Großmärkte in Moskau sind.


Nachmittags checken wir in einem super Hotel ein, das ziemlich zentral in Wolgograd liegt. Dies nutzen wir auch gleich aus und brechen zu einem ersten abendlichen Ausflug in die Stadt auf. Dabei treffen wir auf einen deutsch sprechenden Russen, der uns erzählt, der offizielle Dolmetscher der russischen Olympia-Mannschaft von 1972 in München gewesen zu sein! Obwohl wir eigentlich nur eine Wegbeschreibung von ihm möchten, begleitet er uns freundlicher-weise direkt zu unserem Ziel.

Donnerstag, Tag 12 der Reise: Wolgograd

Wir verbringen einen spannenden Tag in der Stadt. In über acht Stunden Fußmarsch erkunden wir allerhand Sehenswürdigkeiten. Schnell wird dabei deutlich, warum diese Stadt auch heute noch "Stadt der Helden" genannt wird. Allerorten wird das Heldentum der sowjetischen Soldaten, die hier die deutsche 6. Armee vernichteten, pathetisch gefeiert. Für uns ist dieser unreflektiert wirkende Umgang mit der Geschichte etwas ungewohnt. Nirgendwo können wir Hinweise auf Versöhnung oder auf die Erinnerung auch an das Leiden der damaligen Feinde finden. Die Bilder der ausgemergelten Gefangenen nach der Kapitulation sind für uns schlimmer anzusehen als die Fotografien der steifgefrorenen Leichen.

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